Historisches

Geschichte:

Ostervesede ist älter als man glaubt, sicher lebten hier um 9500 bis 4000 v. Chr. schon Menschen, also in der Mittelsteinzeit. Sie siedelten vorwiegend auf Geländekuppen oder in der Nähe von Bach- und Flussläufern. Aus der Jungsteinzeit stammend wurde in der Osterveseder Feldmark ein gut erhaltenes Feuersteinbeil und eine Spitze, aus der Bronzezeit ein Bronzedolch mit Sichel und aus der vorrömischen Eisenzeit ein Urnenfriedhof mit vielen Urnen gefunden.

Die höchste Erhebung in der Osterveseder Feldmark ist der Harms Berg mit seinen 54 Metern. Nicht der Rede wert, mag man denken. Doch im Zweiten Weltkrieg gut gelegen, um dort einen Wachturm hinzusetzen und die Flugzeugbewegungen von und nach Hamburg beobachten zu lassen.

Bis 1400 bestand Ostervesede aus acht Vollhöfen, die alle in einer Reihe standen. Dann begann man die Höfe zu teilen, bis 1553 gab es drei Vollhöfe und zehn Halbhöfe. 1692 ist die erste Kötnerstelle ausgewiesen, zwei weitere kamen dazu. Um 1790 entstanden fünf Neubauerstellen dicht am Brink - „Inne Stadt“ heißen sie noch heute - und bis 1857 weitere 16 Anbauer- und 16 Häuslingsstellen.

Die zerstückelten Flächen Ostervesedes wurden wie in vielen anderen Dörfern unserer Umgebung durch die Generalteilung, Spezialteilung und

Verkopplung neu aufgeteilt. Kürzlich wurde für den Ort die Flurbereinigung abgeschlossen.

 
Ortsteile: 1.Deepen:

Obwohl etwas abgelegen vom Dorf gehört Deepen schon immer zu Ostervesede. Ganz früher war Deepen ein Einhof, der noch vor dem Dreißigjährigen Krieg geteilt wurde. Zur Spezialteilung und Verkopplung, die seit 1943 in Deepen durchgeführt wurde, meldeten 21 Interessenten ihren Anspruch an.

Im Jahre 1924 als Deepen den Antrag auf eine selbständige Gemeinde stellte, war es auf 94 Einwohner angewachsen. Aber die Regierung lehnte ab, Deepen sei nicht leistungsfähig genug.

Kaum jemand hielt es für möglich, aber Deepen hatte einmal eine eigene Schule. Sie wurde 1835 errichtet, vorher mussten die Kinder bei Wind und Wetter täglich einen Marsch von einer dreiviertel Stunde hin und wieder zurück bewältigen.

Der Lehrer erhielt ein kleines Gehalt und wurde durch den Reihetisch ernährt.1873 wurde im neu erbauten Haus von Friedrich Riebesehl eine Schulstube angemietet. Die Lehrer wechselten häufig. Die Interessenten beschlossen 1902, ein eigenes Schulgebäude zu errichten und erhielten zunächst eine Absage. Man ließ sich nicht beirren und kämpfte weiter bis im Jahre 1904 die Genehmigung kam und das Schulgebäude etwa mitten im Ort errichtet wurde.

Das Ende des Zweiten Weltkrieges erlebten die Deepener mit Schrecken.

Die Engländer vermuteten in Deepen noch deutsche Truppen und beschossen den Ort. Eine ganze Häuserreihe stand in Flammen, viele Wohnhäuser, noch mehr Schuppen und Scheunen brannten total nieder. Mehrere Geschosse schlugen auch in das Schulgebäude ein, in dem Flüchtlinge untergebracht waren.

1960 wurden die letzten Deepener Häuser an das Stromnetz angeschlossen.

Früher hatte Deepen sogar eine Gastwirtschaft und heute lebt in Deepen Ralf Schröder. Er sammelt seit vielen Jahren Zuckertüten, ist Inhaber des Weltrekords und wurde im Jahre 2010 zum zweiten Mal ins Guinness-Buch der Rekorde eingetragen.

 

2. Einloh:

Auch Einloh bestand ursprünglich nur aus einem Hof. Eigentlich hieß es Ventzloh. Mehrmals wechselten die Hofeigentümer. Zuletzt verkaufte Jürgen Trochelmann 1843 seinen Hof an den Baron von Stientencron, der sich 1851nach Amerika absetzte. Der Hof wurde aufgeteilt und verkauft.

Zurzeit gibt es in Einloh noch zwei aktive Landwirte. Es sind Friedhelm

Lohmann, Nepers Nr. 3, und Johann Riebesehl, Kassens, Nr.1.

Im Jahre 2010 organisierte Gerhard Brunckhorst mit seiner Frau, er stammt vom Herken Hof Nr. 2, ein großes Familientreffen. Es kamen etwa 70 Verwandte zusammen. Bei den Nachforschungen war man erstaunt, wie und wohin sich die Familie verzweigte. Viele wussten vorher nichts über ihre verwandtschaftlichen Beziehungen.

 

 Archaeologie ROW

  

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